top of page

BGM-IMPULS | #03

Angelika Marti
2. Sept.
2 Min. Lesezeit

MYTHOS: Gesundheit ist Privatsache.


Vor Kurzem hatte ich einen angeregten Austausch mit einer Person aus meinem Bekanntenkreis. Ich erzählte davon, womit ich mich im Betrieblichen Gesundheitsmanagement beschäftige.


Die Reaktion:

„Aber Gesundheit ist doch Privatsache.“


Ein Arbeitgeber könne seinen Mitarbeitenden schliesslich keinen bestimmten Lebensstil vorschreiben. Was jemand isst, ob jemand Sport treibt oder wie die Freizeit gestaltet wird, gehe das Unternehmen schlicht nichts an.

Stimmt.

Und vielleicht müssen wir das auch viel öfter so deutlich sagen.

Ein Unternehmen ist nicht dafür verantwortlich, seine Mitarbeitenden gesund zu machen.

Aber dort, wo Arbeit Gesundheit beeinflusst, trägt das Unternehmen Verantwortung.

Das ist nicht nur eine Frage der Haltung. Die gesetzliche Fürsorgepflicht verpflichtet Arbeitgeber dazu, die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden am Arbeitsplatz zu schützen.

Doch selbst unter besten Bedingungen gibt es keine Garantie für Gesundheit. Krankheit lässt sich nicht vollständig verhindern. Sie gehört – so unerwünscht sie ist – zum Leben.

Und vielleicht zeigt sich die Haltung eines Unternehmens gerade dann, wenn Gesundheit nicht selbstverständlich ist.

Wie gehen wir damit um, wenn ein Mensch erkrankt oder gesundheitlich eingeschränkt ist? Welche Möglichkeiten schaffen wir? Wo ist Unterstützung sinnvoll – und wo liegen auch die Grenzen des Unternehmens?

BGM bedeutet für mich deshalb nicht „Gesundheit um jeden Preis“.

Es bedeutet, Arbeit so zu gestalten, dass gesundheitliche Belastungen möglichst vermieden oder reduziert werden. Und angemessen zu reagieren, wenn Krankheit trotzdem Teil der Realität wird.

Denn Arbeit darf fordern. Verantwortung darf fordern. Veränderung darf fordern.

Entscheidend sind die Bedingungen, unter denen das geschieht.

Die Verantwortung für die eigene Gesundheit bleibt beim einzelnen Menschen.

Die Verantwortung dafür, wie Arbeit gestaltet wird – und wie mit gesundheitlichen Einschränkungen umgegangen wird – liegt auch beim Unternehmen.

Vielleicht ist also nicht die Frage, ob Gesundheit Privatsache ist.

Sondern: Wo endet Eigenverantwortung – und wo beginnt die Verantwortung des Unternehmens?

 
 
 

Kommentare


bottom of page