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BGM-IMPULS | #09

Angelika Marti
14. Okt.
2 Min. Lesezeit

Budgets werden genauer geprüft, Neueinstellungen zurückhaltender beurteilt und frei werdende Stellen nicht immer ersetzt.

Das kann betriebswirtschaftlich notwendig und sinnvoll sein.

Doch mit einer Stelle verschwindet nicht automatisch die Arbeit, die daran hing.

Aufgaben werden verteilt. Zuständigkeiten zusammengelegt. Projekte laufen weiter. Hier übernimmt jemand «vorübergehend» etwas zusätzlich, dort wird eine Lücke im Team aufgefangen.

Und erstaunlich vieles funktioniert zunächst.

Genau das kann trügerisch sein.

Denn wenn weniger personelle Ressourcen zur Verfügung stehen, Aufgaben, Erwartungen und Prioritäten aber weitgehend dieselben bleiben, entsteht Arbeitsverdichtung.

Was machen wir künftig nicht mehr?

Nicht jede frei werdende Stelle muss zwingend wiederbesetzt werden.

Doch mit der Entscheidung dagegen sollten auch andere Fragen auf den Tisch:

Welche Aufgaben fallen tatsächlich weg?

Was hat künftig weniger Priorität?

Welche Prozesse können vereinfacht werden?

Wo akzeptieren wir bewusst längere Bearbeitungszeiten oder einen geringeren Leistungsumfang?

Und wo erwarten wir faktisch, dass die verbleibenden Mitarbeitenden die zusätzliche Arbeit auffangen?

Gerade die letzte Frage ist nicht immer angenehm.

Aber sie gehört aus meiner Sicht genauso zur Ressourcenplanung wie die Frage nach Stellen und Budgets.

Effizienz und Gesundheit zusammendenken

BGM bedeutet für mich nicht, wirtschaftliche Entscheidungen zu verhindern.

Es bedeutet auch, ihre Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen mitzudenken.

Wenn ein Team mit weniger personellen Ressourcen arbeiten soll, braucht es deshalb nicht automatisch mehr Resilienz, ein Zeitmanagement-Seminar oder Tipps zum Umgang mit Stress.

Manchmal braucht es schlicht weniger Arbeit. Oder eine klare Entscheidung darüber, was künftig nicht mehr gemacht wird.

Das betrifft nicht nur die Gesundheit. Es geht ebenso um Qualität, Leistungsfähigkeit und darum, was ein Team auf Dauer leisten kann.

Weniger personelle Ressourcen können eine bewusste unternehmerische Entscheidung sein.

Was mit der verbleibenden Arbeit geschieht, sollte es ebenfalls sein.

 
 
 

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