BGM-IMPULS | #11

Raus aus der Befragung. Rein in den Arbeitsalltag.
Mitarbeitendenbefragungen und Puls-Checks sind wertvolle Instrumente im BGM. Sie helfen, Stimmungen, Belastungen und Entwicklungen sichtbar zu machen.
Doch manche Dinge verstehen wir erst, wenn wir näher an den Arbeitsalltag gehen.
Wie wird tatsächlich gearbeitet? Wo entstehen Hürden? Was belastet? Und was würde konkret helfen?
Dabei spielt auch die Sprache eine Rolle. Fragen sollten die Menschen in ihrem Arbeitsalltag erreichen und dazu einladen, ihre Sicht einzubringen.
Manchmal darf es auch ganz pragmatisch sein.
Den direkten Kontakt suchen, Zeit mit den Mitarbeitenden verbringen und ihren Arbeitsalltag einmal selbst miterleben.
Mein Praxistipp:
Begleiten Sie Mitarbeitende einmal einen ganzen Arbeitstag – beispielsweise in der Werkstatt, der Wäscherei oder auf einer Station.
Gerade in der gewohnten Arbeitsumgebung entstehen Gespräche oft natürlicher als in einem Sitzungszimmer, in dem man sich sonst kaum aufhält. Situationen können direkt angesprochen werden und Herausforderungen werden sichtbar, die sich in einem Fragebogen nur schwer abbilden lassen.
Das schafft Nähe und kann dazu beitragen, auch offen über das zu sprechen, was im Arbeitsalltag vielleicht nicht rundläuft.
Gleichzeitig gilt: Wer fragt, schafft auch Erwartungen.
Nicht jede Rückmeldung kann umgesetzt werden. Umso wichtiger ist es, transparent zu kommunizieren, was aufgenommen und priorisiert wird, was nicht – und warum.
So wird aus Beteiligung mehr als eine Befragung:
Arbeitsrealität erleben. Zuhören. Verstehen. Priorisieren. Kommunizieren. Umsetzen. Überprüfen.
Denn je besser wir den tatsächlichen Bedarf verstehen, desto gezielter können wir Massnahmen entwickeln, die zum Arbeitsalltag passen – und anschliessend überprüfen, ob sie dort auch etwas bewirken.




Kommentare