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BGM-IMPULS | #05

Angelika Marti
16. Sept.
2 Min. Lesezeit

ZUKUNFT BRAUCHT WEITBLICK. ABER AUCH EIN GUTES OHR.

Ein Tag voller Gespräche, Entscheidungen, Nachrichten und Informationen.

Vieles davon braucht unsere Aufmerksamkeit. Manches sofort.

Und während das Dringende meist ziemlich zuverlässig dafür sorgt, dass es gesehen wird, sind andere Signale oftmals leiser.

Ein Nebensatz in einem Gespräch.Eine Beobachtung aus dem Arbeitsalltag.Eine Idee, die noch nicht ganz ausgereift ist.Eine Stimmung, die sich verändert.

Nicht alles verlangt nach einer sofortigen Antwort. Aber manches verdient einen zweiten Gedanken.

Gerade von Führungskräften wird erwartet, dass sie vorausdenken, Orientierung geben und Entscheidungen treffen.

Doch Zukunft zu gestalten bedeutet für mich auch, immer wieder Raum für andere Perspektiven zu schaffen.

Denn wertvolle Perspektiven entstehen oft dort, wo täglich gearbeitet wird: im direkten Austausch mit Menschen, an Schnittstellen, in Prozessen oder dort, wo Veränderungen unmittelbar spürbar werden.

Die Frage ist nur: Bekommen diese Gedanken auch Raum?

Nicht jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter meldet sich von sich aus zu Wort. Nicht jede Idee ist bereits so ausgereift, dass sie sich problemlos in einer Sitzung präsentieren lässt. Und manchmal braucht es erst das Gefühl, dass eine andere Perspektive tatsächlich erwünscht ist.

Partizipation entsteht deshalb nicht allein dadurch, dass Mitarbeitende ihre Meinung sagen dürfen.

Sie braucht Gelegenheiten, in denen Menschen erleben, dass ihre Perspektive gefragt ist.

Vielleicht lohnt es sich deshalb, im eigenen Führungsalltag hin und wieder zu reflektieren:

Habe ich heute wirklich zugehört – oder vor allem Antworten gegeben?

Wo habe ich nachgefragt, obwohl ich glaubte, die Antwort bereits zu kennen?

Und schaffe ich genügend Raum für Gedanken, die nicht von mir selbst kommen?

Eine klare Richtung und eine starke Vision bleiben wichtig.

Vielleicht wird eine Vision aber gerade dann stärker, wenn die Organisation die Möglichkeit bekommt, an ihrem Weg dorthin mitzudenken.

 
 
 

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